Radverkehrskonzept macht Maßnahmenvorschläge für Radverkehrsinfrastruktur im Mittleren Schussental

Seit im Herbst 2019 die Bürgerwerkstätten in den fünf Kommunen stattgefunden haben, ist viel passiert. Basierend auf dem Wunschliniennetz, das wichtige Quellen und Ziele wie Schulen, Wohngebiete, große Arbeitgeber, Sport- und Freizeiteinrichtungen über bestehende Wege verbindet, wurden im Herbst 2019 und Frühling 2020 das gesamte Radverkehrsnetz des GMS, das insgesamt 362 km umfasst, mit dem Fahrrad befahren und analysiert.

Unterteilt wurde das Netz in drei Kategorien:

  • die Radschnellverbindung: RS9 von Baindt über Baienfurt, Weingarten und Ravensburg nach Friedrichshafen mit über 2.000 Nutzerinnen pro Tag
  • die Radvorrangouten GMS mit 1.000 bis 2.000 Nutzer*innen pro Tag und
  • das Radgrundnetz mit unter 1.000 Nutzer*innen pro Tag.

Bei der Befahrung des Netzes wurde eine Bestands-und Mängelanalyse durchgeführt. Das heißt der Ist-Zustand der bestehenden Infrastruktur wurde mit einem Qualitätsstandard (Soll-Zustand) abgeglichen. Der Qualitätsstandard unterscheidet sich je nach Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer, die potenziell auf dieser Strecke unterwegs sind und Art der Führung (getrennt oder gemeinsam auf der Straße mit Autos und im Ein- oder Zweirichtungsverkehr).

Aus der Bestands- und Mängelanalyse entstand ein umfangreiches Maßnahmenkataster mit insgesamt über 1.000 Maßnahmen für die Radverkehrsinfrastruktur im Mittleren Schussental. Die Maßnahmenvorschläge stellen einen ersten planerischen Ansatz zur Erreichung der Qualitätsstandards dar und bedürfen der Überprüfung und Konkretisierung im Rahmen einer Detailplanung.

Die Maßnahmenvorschläge erhielten basierend auf ihrer Netzbedeutung (Radschnellverbindung, Radvorrangroute oder Radgrundnetz), der Verkehrssicherheit (abhängig von der zulässigen Geschwindigkeit und der Verkehrsstärke), dem Unfallgeschehen (Unfallhäufungsstelle, einzelner Unfall oder keine Unfälle), dem Handlungserfordernis (Netzlücke, unzureichender Ausbaustandard oder Komfort-Mangel) und ob sie Bestandteil eines Schulradwegs sind (Gefahrenpunkte aus dem Radschulwegplan) Punkte und wurden so priorisiert.

Ergänzend zum fertiggestellten Maßnahmenkataster wurden die vorhanden Radabstellanlagen erfasst und in ein Kataster übernommen.

Für fünf Schulstandorte in Weingarten und Ravensburg werden Schulwegpläne erstellt. Diese basieren auf der Beteiligung der Schülerinnen und Schülern, die insgesamt 998 Problemstellen auf ihrem Schulweg benannt haben.

Des Weiteren wird ein Vorschlag für die Erweiterung des tws.rad-Systems ausgearbeitet.

In das Handlungskonzept fließen außerdem Kommunikationsstrategie und Verstetigungs- und Controllingkonzept ein.

Das fertige Konzept wird voraussichtlich am 07.10.2021 in der Gemeindeverbandsversammlung zum Beschluss vorgeschlagen.

Abschließend soll es auch den Akteuren, die intensiv bei der Erstellung mitgewirkt haben – Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schülern, Unternehmen und den Radverkehrsengagierten wie Agendagruppe Radfahren in Ravensburg, ADFC und Initiative lebenswertes Schussental - vorgestellt werden.

 

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