Unterwegs sein

im Schussental

Klimamobilitätsplan

Unser Ticket Richtung Zukunft!

Die Gemeinden und Städte Baienfurt, Baindt, Berg, Ravensburg und Weingarten arbeiten als Gemeindeverband Mittleres Schussental (GMS) bei vielen Themen eng zusammen. Auch bei der Mobilitätswende: Der GMS ist eines von fünf Pilotprojekten in Baden-Württemberg, die einen Klimamobilitätsplan erstellen. Ziel ist es, konkrete Umsetzungsschritte zu erarbeiten, um den von Fahrzeugen verursachten CO2-Ausstoß im GMS bis 2030 um 40 Prozent zu senken (gegenüber 2010).

Der Klimamobilitätsplan ist die Fortführung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP). Er erweitert die bisherigen Ergebnisse, vor allem um ein Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr, das wichtige Verbesserungen und neue Mobilitätslösungen auf den Weg bringen soll. Ebenso geht es im Klimamobilitätsplan darum, Verkehrsmodelle zu entwickeln und mit verschiedenen Beteiligungsformaten Lösungen zu finden, die maßgeschneidert für unseren Gemeindeverband sind. 2023 wird entschieden, was genau realisiert werden wird.

Kommunale Mobilitätswende: Veränderung bedeutet Chance

Einfach von A nach B kommen – auch ohne Auto: Mit der Mobilitätswende tragen wir zum Klimaschutz bei und nehmen Veränderungen vor, die sich viele wünschen. Die Umverteilung des öffentlichen Raums schafft neuen Platz für Lebens- und Aufenthaltsqualität. Mit dem Klimamobilitätsplan werden die GMS Kommunen besser vernetzt und Orte auf dem Land an den ÖPNV angebunden.

ÖPNV-Konzept

Ich fahr‘ Zukunft. Du auch?

Für immer mehr Bürgerinnen und Bürger ist es schon Gewohnheit, längere Strecken mit dem Rad, Pedelec, Bus oder der Bahn zurückzulegen. Viele würden das Auto stehen lassen, sehen aber keine echte Alternative vor Ort. Deshalb wird mit dem Klimamobilitätsplan ein umfangreiches ÖPNV-Konzept entwickelt.

Beispiele von Änderungen durch den Klimamobilitätsplan

  • Häufigere Abfahrtszeiten für die Stadtbuslinien
  • Neueinführung von Expressbuslinien, die nur ausgewählte Haltestellen anfahren und damit schneller ans Ziel bringen
  • Bessere Verbindungen auch bei Nacht und zur Erreichbarkeit von Veranstaltungen
  • Extra Busspuren für mehr Pünktlichkeit bei Ankunft und Abfahrt und mehr Anschlusssicherheit
  • Umstellung auf Busse mit alternativen Antrieben wie E-Mobilität

Neue Mobilitätslösung: On-Demand-Service

Zudem werden im Klimamobilitätsplan neue Mobilitätslösungen erarbeitet. Unter anderem beinhaltet der KMP die Einführung eines innovativen und flexiblen Angebots für die Region. On-Demand-Shuttles sind kleine Busse, die per App oder Telefon gebucht werden. Die Fahrgäste steigen bei „virtuellen Haltepunkten“ ein und aus: Das sind Orte, die zu Fuß gut vom Startpunkt erreichbar sind oder nah am Zielort liegen. Die Shuttles fahren auch die zentralen Bushaltestellen an. Kleinere Orte, Weiler und Gebiete ohne ausreichendes ÖPNV-Angebot wären damit besser angebunden. Die neuen On-Demand-Shuttles haben zum Ziel, Lücken im bestehenden Busnetz zu schließen sowie eine flexible Anbindung zu gewährleisten. Bereits im Dezember 2022 beginnt die erste Testphase in Ravensburg.

Beteiligungen

Onlinebefragung & Bürgerbeteiligungsforum:

Ein Plan ist so gut, wie er angenommen wird

Welche Mobilitätsangebote befürwortet und wann und wo sie gebraucht werden – das finden wir nicht ohne die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger in der Region heraus. Im Zeitraum vom 16. September bis einschließlich 03. Oktober 2022 können alle Interessierten an der Onlinebeteiligung teilnehmen. Die Ergebnisse der Onlinebeteiligung werden im Anschluss ausgewertet und mit einer zufällig gelosten Bürgerschaftsgruppe diskutiert.

Darüber hinaus werden Akteurinnen und Akteure aus der Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Institutionen und Initiativen aus dem GMS aktiv in den Prozess einbezogen. Die Erkenntnisse aus den verschiedenen Beteiligungsformaten fließen sowohl in die weitere fachliche Bearbeitung als auch in den Entscheidungsprozess ein. Somit wird gewährleistet, dass alle Akteurinnen und Akteure vor Ort aktiv die Zukunft der Mobilität in unserer Region mitgestalten.

Wenn Sie direkt an der Onlinebeteiligung teilnehmen möchten, folgen Sie dem Link: hier geht´s zur Onlinebeteiligung

Die Ergebnisse werden nach Beendigung der Beteiligung hier auf dieser Webseite kommuniziert.

Das Ziel:

Mit Hilfe von umfangreichen Maßnahmen kann der Gemeindeverband es schaffen.

Das Land Baden-Württemberg hat mit dem Klimamobilitätsplan umfangreiche Ziele für die Verkehrswende festgelegt. Um diese zu erreichen, braucht es die Gemeinschaft für die Umsetzung und die Etablierung geeigneter Alternativen.

  • Verdopplung des öffentlichen Verkehrs
  • Jedes dritte Auto fährt klimaneutral
  • Ein Drittel weniger Kfz-Verkehr in den Städten
  • Jede dritte Tonne fährt klimaneutral
  • Jeder zweite Weg aktiv mit Rad, Tretroller oder zu Fuß

Um diese Ziele gemeinsam zu erreichen, werden im Verkehrsmodell verschiedene Maßnahmen in Szenarien modelliert. Einige Möglichkeiten werden hier näher erläutert:

Der motorisierte Individualverkehr

  • Verkehrsberuhigung: Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität in innerstädtischen Bereichen durch die Schaffung von sicheren Straßenräumen.
  • Optimierung des Parkraumes: Durch intelligente Informations- und Parkleitsysteme sowie Smart-Parking-Systeme können Parksuchverkehre und Fahrbewegungen in der Stadt vermieden und somit negative Klimaauswirkungen reduziert werden.
  • Neuordnung von Straßenräumen: Die Neuordnung von Straßenräumen soll Schwächen im öffentlichen Verkehrsraum beseitigen bzw. den Straßenraum für neue Anforderungen umgestalten.
  • Ausbau von Park+Ride-Anlagen: Durch den Bau weiterer Park+Ride-Anlagen mit ausreichender Anzahl an Stellplätzen erleichtern wir den Umstieg auf den ÖPNV und fördern so die Verkehrsmittel des Umweltverbundes.
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge: Um das Ziel des „CO2-neutralen Schussentals“ zu erreichen, soll die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgebaut und gefördert werden.

Der Fußverkehr

  • Verbesserung der Querungsmöglichkeiten: Zufußgehen ist gesund, hält fit und ist CO2-neutral. Durch die Einrichtung weiterer Querungsmöglichkeiten wird ein sicheres und schnelles Passieren der Straße ermöglicht und damit der Fußverkehr nachhaltig gefördert.
  • Ausweitung der Fußgängerzonen: Durch die Ausweitung der Fußgängerzonen in den Innenstädten kann der Fußverkehr gestärkt werden. Der gewonnene Platz kann für Begrünungen, den Einzelhandel und die Gastronomie genutzt werden und somit zur Steigerung der Aufenthalts- und Lebensqualität und einem aufgewerteten Stadtbild beitragen.
  • Reduzierung der Umwege: Ein durchgängiges und geschlossenes Fußverkehrsnetz mit direkter Wegführung und reduzierten Wartezeiten an Lichtsignalanlagen ermöglicht ein schnelles und wartefreies Unterwegs-sein, stärkt den Fußverkehr und mindert negative Klimaauswirkungen.

Der Radverkehr

  • Radschnellverbindung: Die komfortable und sichere Radschnellverbindung RS9 von Baindt über Baienfurt, Weingarten und Ravensburg nach Friedrichshafen erleichtert den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
  • Radverkehrsanlagen: Stärkung des Radverkehrs durch ein attraktives, lückenloses und verkehrssicheres Radverkehrsnetz. Dazu zählt auch die Verbesserung der wegweisenden Beschilderung und die Schaffung von Radabstellanlagen zum unweiten und sicheren Abstellen von Fahrrädern.
  • Lastenräder im Wirtschafts- und Individualverkehr: Lastenräder stellen eine umweltfreundliche und schnelle Möglichkeit für Lieferungen im Stadtgebiet dar und entlasten so das Verkehrsgeschehen nachhaltig. Durch Förderung auch des privaten Besitzes von Lastenrädern und von Sharing-Angeboten kann eine Verlagerung vom Auto auf das Fahrrad erreicht werden.
  • Bike-Sharing/Fahrradverleih: Zur weiteren Verbesserung der Flexibilität sowie des einfachen Zugangs zu den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes wird das gemeindeübergreifende Bike-Sharing-System ausgebaut und das Angebot an Mobilitätsstationen mit anderen Verkehrsmitteln verknüpft.

Übergreifend

Neben den beschriebenen Maßnahmen ist es wichtig, die Mobilität im Schussental ganzheitlich und integriert zu denken und zu leben. Aus diesem Grund werden übergreifende Lösungen konzipiert, unter anderem Mobilitätsstationen, welche verschiedene Verkehrsangebote an einem Punkt verknüpfen und den Zugang zur individuellen, umweltbewussten Mobilität erleichtern. Hinzukommen noch weitere Themenbereiche, wie die City-Logistik (Lieferverkehr) und das Betriebliche Mobilitätsmanagement, welche ebenfalls im Klimamobilitätsplan mitgedacht und konzipiert werden.

Zudem ist es wichtig, dass sich die Akteure vor Ort in regelmäßigen Treffen austauschen, um über die Vorhaben zu sprechen und diese ineinandergreifen zu lassen, denn Mobilität endet nicht an den Ortsgrenzen des Gemeindeverbands. Mit unseren verschiedenen Beteiligungsformaten soll der Austausch gestärkt werden und die individuellen Bedürfnisse in die weitere Bearbeitung einfließen.

Downloads

Den Informationsflyer zum Klimamobilitätsplan können Sie sich hier herunterladen.

Gefördert wird der Klimamobilitätsplan vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg.

Kontakt

Catherine Schupp

Stadtplanungsamt Ravensburg

Telefon: 0751 82-366
Telefax: 0751 82-60366
E-Mail: catherine.schupp@ravensburg.de

Technisches Rathaus

Salamanderweg 22
88212 Ravensburg

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